Rückblick Fachtag 2018 Blickpunkt Kindertagespflege in Wetzlar

Inhalt

Rückblick Fachtag 2018 Blickpunkt Kindertagespflege in Wetzlar

Titel

„Fachberatung mit Profil – ein Qualitätskriterium für die Kindertagespflege“

Termin und Ort & Veranstalter

25. Oktober 2018
9:30 - 16:30 Uhr
Wetzlar, Stadthalle Wetzlar

Hessisches KinderTagespflegeBüro in Kooperatione mit dem Hessischen Ministerium für Soziales und Integration 

Bilder

Fotos vom Fachtag finden Sie in unserer Bildergalerie.

Fachvortrag

"Fachberatung für Kindertagespflege und die Bedingungen ihrer Qualität – Die QualFa-Studie"
Prof. Dr. Gabriel Schoyerer, Professor für Pädagogik der Kindheit an der Katholischen Stiftungshochschule München

Download der PowerPoint-Präsentation zum Vortrag hier.

Inhalte

Die Hessische Fachtagung zur Kindertagespflege 2018 aus der Reihe „Blickpunkt Kindertagespflege“ mit dem Titel Fachberatung mit Profil – ein Qualitätskriterium für die Kindertagespflege fand am 25.Oktober 2018 in der Stadthalle Wetzlar statt. Es waren Fachkräfte aus der Beratung, Vermittlung und Qualifizierung von Kindertagespflegepersonen sowie Fachkräfte aus der Kindertagesbetreuung, Referent*innen und Interessierte geladen und mit ca. 80 Teilnehmer*innen gut besucht. Die Veranstaltung wurde vom Hessischen KinderTagespflegeBüro in Kooperation mit dem Hessischen Ministerium für Soziales und Integration durchgeführt.

Das Konzept der Fachtagung lag in dem praxisorientierten fachlichen Diskurs, der durch konkrete Einblicke in die Praxis der Fachberatung durch die Standorte der Stadt Fulda (Christiane Becker-Ott) und der Stadt Gießen ( Silvia Deichmann-Seidel), sowie einem wissenschaftlichen Einblick der Studie Qualitätsbedingungen von Fachberatung Kindertagespflege (Prof. Dr. Gabriel Schoyerer), angeregt wurde.

Prof. Dr. Gabriel Schoyerer gab mit dem Einstiegsvortrag  „Fachberatung für Kindertagespflege und die Bedingungen ihrer Qualität – Die QualFa-Studie“ einen guten Einblick in die vielfältigen Aufgabenfelder von Fachberatungen, die mit der QualFa-Studie (Qualitätsbedingungen von Fachberatung Kindertagespflege) besonders auf deren Qualität untersucht wurden. Der Ertrag der Studie besteht darin, die Logik der Praxis anhand typischer Aufgabenbereiche von Fachberatung nachzuzeichnen und damit sichtbar zu machen, wie Fachberatung ihren Förderauftrag lokal interpretiert und praktisch umsetzt. Er ist ein Beitrag zur Beschreibung und Analyse der Praxis, der für Prozesse der lokalen Weiterentwicklung Anregungen geben kann.

 

Die Auseinandersetzung über ein Verständnis von Qualität wurde in vier Foren angeregt und lebhaft durchgeführt.

Forum 1 „Vertiefung ausgewählter Themen der QualFa-Studie Prof. Dr. Gabriel  Schoyerer

Forum 2 „ Qualitätssicherung durch Fachberatung – Leitfragen für eine Konzeption“     Marion Limbach-Perl

Forum 3 „Wer braucht hier was, wer will hier was?“  Barbara Beckmann

Forum 4 „Kleine Schritte zur Stärkung des eigenen Profils“ Gunther Kirchner-Peil

 

Ergebnisse und Erkenntnisse aus den Foren:

 

Forum 1

Forum 1

 

  • Deskriptiver vs. Evaluativer Qualitätsbegriff
  • Praxeologisch gewendeter Qualitätsbegriff ermöglicht der Praxis aus den Erkenntnissen von Forschung zu lernen jenseits einer normativen Vorgabe
  • Dreischritt bei der Entwicklung von Qualität: Ziele, Maßnahmen, Adressaten
  • QualFa-Modell zur Berechnung des Fachberatungsschlüssels

Fazit: Dem praxeologischen Qualitätsbegriff, wie ihn die QualFa-Studie verwendet, wird von Seiten der Praxis viel Sympathie entgegengetreten. Dies ist in sofern eine besondere Erkenntnis als das die letzten 20 Jahre in Forschung und Weiterbildung ein normativ-evaluativer Qualitätsbegriff vorgeherrscht hat.

Der Wert eines praxeologischen Qualitätsbegriffs für die Praxis wurde herausgearbeitet und von den Teilnehmenden als Nutzen für die Entwicklung von Qualität erkannt.

 

Forum 2

Forum 2

 

  • Entstandener Untertitel: Konzeption als Instrument der Selbstvergewisserung und der Außendarstellung
  • Diskussion über die Selbstverständlichkeit einer Konzeption, die von Kindertagespflegepersonen erwartet wird und die nicht vorhandene Konzeption in den Fach- und Servicestellen (2 TN gaben an eine Konzeption für ihren Fachdienst entwickelt zu haben)
  •  Problemanzeigen: Anerkennung des Trägers für die Aufgabe an sich und das „Geleistete“ wird vermisst, Mangel an Zeit (und anderen Ressourcen), zu allen kaum zu bewältigenden Aufgaben, Konzeptionsentwicklung hinzukommt.

Fazit: Sich im Rahmen einer Konzeptionsentwicklung auseinanderzusetzen, einen Diskurs zu führen, ist erst einmal eine zeitliche Investition, dann aber eine Zeitersparnis, wenn klar ist, wer tut was, wie, mit welchem Auftrag, mit wem und für welches Ziel. Es dient der Qualitätssicherung und der Qualitätsweiterentwicklung. Grundlage könnte sein eine Rahmenkonzeption zu schaffen: Was ist unsere Aufgabe, was haben wir delegiert und was erwarten wir an Leistung (in welcher Qualität) von unseren Kooperationspartnern.  Fehlt die Anerkennung des Trägers, kann man vielleicht auf der kollegialen Arbeitsebene Bündnispartner*innen finden, die sich für einen konzeptionellen Diskurs gewinnen lassen. Grundsätzliche Entscheidungen sind: Wo fängt man mal an? Mit wem fängt man an? Wird es jemand geben, der sich um den Prozess der konzeptionellen Auseinandersetzung und der Verschriftlichung kümmern wird?

Forum 3

Forum 3

 

  • Aktuelle Themen bestimmen oft den Arbeitsschwerpunkt, z.B. QHB, Statistik, Abrechnungen, Vertretung, Akquise neuer Ktpp etc.. und setzen damit oft auch die Priorität im Alltag. Sie binden Zeit und Energie.
  • Austausch über unterschiedliche Trägerstruktur, Möglichkeiten der besseren Anbindung von Ktpp, Rahmenbedingungen.
  • Herausforderungen hinsichtlich der Delegation von Aufgaben und die Beschreibung der Schnittstellen in der Kooperation.
  • Politisches und organisatorisches Votum für die KTP unterstützt die Qualitätsentwicklung in der Fachberatung.
  • Grenzen werden manchmal auch außerhalb des eigenen Einflussbereichs gesetzt.

Fazit: „Wir tun was wir können, wollen das oft auch und machen es gut!“  Wie kann eine gute Anbindung von Ktpp organisiert werden: (Akquise) und zusätzliche Beteiligungsmodelle für Ktpp entwickeln werden?

Fachberatung bietet viele Gestaltungsmöglichkeiten. Es ist immer wieder wichtig das eigene Profil zu beschreiben, zu reflektieren und zu kommunizieren.

 

Forum 4

Forum 4

 

  • konkrete aktuelle Herausforderungen der Teilnehmenden bezogen auf die Weiterentwicklung der Kindertagespflege herausgearbeitet
  • Alle Teilnehmenden haben für sich eine aktuelle Herausforderung identifiziert.
  • Mithilfe der Methode „Ressourcencheck“ wurden die möglichen zur Verfügung stehenden Ressourcen, Stärken, Möglichkeiten, Unterstützungen und hilfreichen Netzwerke gesammelt und in ihrem möglichen Nutzen für das Lösen der individuellen Herausforderungen konkretisiert.

Fazit: Die Anleitung zum „Ressourcencheck“ nutzten die Teilnehmenden um sich der jeweiligen aktuellen Herausforderung ihres beruflichen Kontextes zu stellen.

Es wurden vielfältige – teils sehr ähnliche – Ressourcen  gesammelt. Dabei wurde jeweils ein breites Spektrum von Ressourcen deutlich: persönliche und fachliche Kompetenzen bei sich selbst und im Team ebenso wie materielle, strukturelle und konzeptionelle Ressourcen. Es wurde deutlich, dass davon immer mehr vorhanden ist, als einem im Alltag bewusst ist – man kann und sollte dies nutzen.

 

Das Team des Hessischen KinderTagespflegeBüros blickt auf eine gelungene Fachtagung zurück. Wir bedanken uns bei den Kooperationspartnern und allen Mitwirkenden für die gute Zusammenarbeit sowie bei den Teilnehmenden für ihr Interesse und die vielen positiven Rückmeldungen.

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