Rückblick Fachforum Wissen 2018

Inhalt

Rückblick Fachforum Wissen 2018

Titel

„Medien in der frühen Kindheit“

Termin und Ort

17. April 2018
17:00 - 20:00 Uhr
Goethe-Universität Frankfurt am Main

Kooperationspartner

Hessisches KinderTagespflegeBüro (HKTB), Institut für familiale und öffentliche Erziehung, Bildung, Betreuung e. V. (ifoebb) und Fachbereich Erziehungswissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt am Main

Fachvortrag von

Prof. Dr. Maywald, Geschäftsführer der Deutschen Liga für das Kind, Honorarprofessor an der Fachhochschule Potsdam, Sprecher der National Coalition Deutschland – Netzwerk zur Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention

Inhalte

Kinder leben heutzutage in einer durch Medien geprägten Umwelt auf. Die Digitalisierung ist in vollem Gange und hält Einzug in die Kinderzimmer. Dies nimmt  Einfluss auf den gesamten Alltag – bei dem Eltern,  Kindertagespflegepersonen, Erzieher*innen und Fachberatungen gefragt sind, sich mit diesem Thema  „Medien in der frühen Kindheit“ intensiv auseinanderzusetzen..

Das Hessische KinderTagespflegeBüro (HKTB) tat dies in Kooperation mit dem Institut für familiale und öffentliche Erziehung und Betreuung (ifoebb) im Rahmen des „Fachforums Wissen“. Ziel dieses Fachforums ist es, sich  anhand aktueller wissenschaftlicher Erkenntnis, gemeinsam mit Menschen aus der Fachpraxis und Studierenden thematisch auszutauschen. Die unterschiedlichen Perspektiven der Teilnehmer*innen geben diesem Forum Vielfalt und Lebendigkeit.

Der bunt gemischte Teilnehmer*innenkreis, bestehend aus Kindertagespflegepersonen, Erzieher*innen, Studierende sowie Fachberatungen zeigte großes Interesse an diesem Thema. In den Räumen der Goethe-Universität-Frankfurt/M., begrüßte Frau Prof. Dr. Kallert vom ifoebb und Christiane Mickel vom HKTB die Teilnehmenden, während Prof. Dr. Maywald, durch die Veranstaltung führte, den Blick auf das Thema schärfte und Ergebnisse aus verschiedenen Studien präsentierte. Dabei lag sein Augenmerk kontinuierlich auf den Kinderrechten, sowohl hinsichtlich des Rechts auf elterliche Fürsorge als auch des Rechts auf Bildung.

In diesem Spannungsfeld unterstrich Maywald die Notwendigkeit der Auseinandersetzung über die Haltung der Erwachsenen/ eigenen Haltung zu diesem Thema. In einer Welt, in der Digitalisierung nicht mehr weg zu denken ist, erleben wir in diesem Bereich eine Mischung aus Unsicherheit und Leichtlebigkeit, bezogen auf den Umgang mit neuen Medien.

Beispielsweise ergab eine Untersuchung, dass Eltern ca. alle 10 Minuten auf ihr Handy schauen – allein diese Tatsache, wirft viele Fragen auf, zum Beispiel:

 - Was macht das mit unseren Kindern?

 - Welche Vorbilder erleben sie?

 - Wie kann eine professionelle Haltung zum Umgang mit Medien in der beruflichen Praxis, Beratung entwickelt werden?

 - Welche Vorurteile begleiten uns?

 - Welches Verhältnis der Nutzung von Medien ist normal?

 - Wann können/ sollen Kinder an Medien herangeführt werden?

In einer  weiteren Studie wird angeführt, dass bereits 75 % der Kinder im Alter von 2 -4 Jahren, bis zu 30 Minuten mit Smartphones spielen. Dabei gibt es einen Zusammenhang zwischen der Nutzungsdauer digitaler Medien und Sprachentwicklungsstörungen sowie Auswirkungen auf den Bewegungsumfang eines Kindes, um nur ein paar Merkmale aus dem Vortrag von Prof. Dr. Maywald zu benennen.

Auch konnte aufgezeigt werden, dass der Medienkonsum sich auf Kinder unter 30 Monaten lerntechnisch nicht positiv auswirkt, was die unten angegebene Studie verdeutlichte.
 

(Jenny S. Radesky, MD, Jayna Schumacher, MD, Barry Zuckerman, MD (2015): Mobile and Interactive Media Use by Young Children: The Good, the Bad, and the Unknown. In: PEDIATRICS Vol. 135, number 1, January 2015
Educational Value (a)

Although well-researched television programs such as Sesame Streetor Blues Clues can promote early academic skills in preschool-aged children, children <30 months cannot learn from television and videos as they do from real-life interactions.

Nach dem  theoretischen Input beschäftigten sich die Teilnehmenden in Kleingruppen mit zwei zentralen Fragen:

 - Welche Gründe könnten für eine exzessive Mediennutzung von Eltern sprechen?

 - Was könnten die möglichen Folgen sein, die daraus entstehen können?

Die Aufgabe aus beiden Perspektiven (Ursache/Folge) auf das Thema zu schauen,  verdeutlichte die unterschiedlichen Dimensionen, die in der Auseinandersetzung mitwirken.

Dabei wurde auch das Dilemma deutlich, indem Eltern stecken, wenn sie einerseits, ihren Kindern schon frühzeitig den Umgang mit digitalen Medien vorleben und zum Teil auch selbst ermöglichen und andererseits kritisch die möglichen Folgen sehen, die Ihr eigenes Handeln nach sich zieht.

Zusätzlich zum Vortrag ergänzten interessante Filmszenen das Gehörte. Diese verdeutlichten noch einmal mehr, wie Kinder offen für alles sind, was ihnen die Welt bietet – von dieser Offenheit können wir Erwachsene uns viel abschauen und gleichzeitig uns immer wieder unserer Verantwortung bewusst sein, die Kinder in ihrer Neugierde gut zu begleiten und wo nötig auch zu schützen.

Es ist wie bei Vielem der differenzierte Blick, den es braucht, um sich diesem Thema „Medien in der frühen Kindheit“ zu nähern.

Bilder

Fotos vom Fachforum Wissen 2018 finden Sie in unserer Bildergalerie.

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