Rückblick Fachforum Wissen 2015

Inhalt

Rückblick Fachforum Wissen 2015

Titel

„Fragen über Fragen – Die sprachfördernde Fragestrategie in der frühkindlichen Bildung"

 

Termin und Ort

20. April 2015
17:00 - 20:00 Uhr
Goethe-Universität Frankfurt

 

Kooperationspartner

Hessisches KinderTagespflegeBüro (HKTB), Institut für familiale und öffentliche Erziehung, Bildung, Betreuung e. V. (ifoebb) und Fachbereich Erziehungswissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt am Main

 

Bilder

Fotos vom Fachforum Wissen 2015 finden Sie in unserer Bildergalerie.

 

Fachvortrag von

Mandy Schönfelder, Pädagogische Hochschule Weingarten

 

Inhalte

Die Frage nach einer guten Frage im Dialog mit Kindern bzw. nach Fragen, die das Sprachvermögen von Kindern fördern, stand im Mittelpunkt des „Fachforum Wissen“ 2015. Aufgrund der bereits längjährig etablierten Kooperation mit dem Institut für familiale und öffentliche Erziehung, Bildung, Betreuung e. V. (ifoebb) fand die Veranstaltung im schönen, vor einigen Jahren errichteten Gebäude PEG der Goethe-Universität statt. Dort sind die Fachbereiche Psychologie, Erziehungswissenschaften und Gesellschaftswissenschaften (PEG) beheimatet.

Nach einer Begrüßung durch Prof. Dr. Kallert, der Vorsitzenden des ifoebb, und einigen einleitenden Worten von Ursula Diez-König, der Leiterin des HKTB, stieg Mandy Schönfelder mit Grundlagen der alltagsorientierten Sprachförderung ins Thema ein. Sie promoviert an der Pädagogischen Hochschule Weingarten im Bereich Sprachförderung und ist dort auch in der Lehre tätig. Die Veranstaltung war geprägt von vielen Fallbeispielen und Erprobungsmöglichkeiten zu Sprachlehrstrategien sowie von großem Interesse der Teilnehmenden, die viele Fragen an die Referentin richteten.

Konkret ging es der Referentin darum, deutlich zu machen, dass Sprachfreude immer an das Wohlfühlen des Menschen in der jeweiligen Situation geknüpft ist. Kinder können in einen Dialog einsteigen, mitmachen und sich sprachlich öffnen, wenn eine gute Beziehung zum Gesprächspartner/ zur Gesprächspartnerin besteht. Diese aufzubauen und zu bestärken helfen u. a. ja-/nein-Fragen bzw. sogenannte geschlossene Fragen. Wenn beispielsweise die Frage „Hast du ein Lieblingstier?“ zu Beginn einer Sprechsituation gestellt wird oder dann, wenn sich das Kind und die Betreuungsperson noch nicht gut kennen, richtet sie keine hohen Anforderungen an die sprachlichen Kompetenzen des Kindes, sodass dieses in der Regel gut darauf eingehen kann. Nach einer gewissen Zeit des sprachlichen Aufwärmens, wenn eine angenehme Dialogatmosphäre hergestellt ist, können die Fragen schrittweise in ihrer Komplexität gesteigert werden (z. B.: „Was macht der Bär?“, „Mit wem spielt er?“). Dieses Vorgehen des „Herantastens“ hilft Tagespflegepersonen und pädagogischen Fachkräften, den sprachlichen Entwicklungsstand des Kindes einzuschätzen, um es in der Kommunikation weder zu unter-, noch zu überfordern. Wichtig dabei ist das einfühlsame Eingehen auf das Kind und seine verbalen als auch nonverbalen Signale.

 

Fachforum Wissen 2015 Tabelle Frageformen© HKTB

 

Da Fragen in der Regel keinen vollständigen Satz als Antwort hervorrufen, ist eine weitere hilfreiche Sprachlehrstrategie, das Eingehen auf die kindliche Äußerung und ihre Ergänzung. Dabei kann die kurze Antwort des Kindes von der Bezugsperson aufgegriffen und zu einem Satz erweitert werden. Die Bezugsperson spiegelt dabei die Aussage des Kindes in einem vollständigen Satz.

Im Gegensatz zu Sprachförderprogrammen und zur Sprachtherapie, die an Kinder mit bestimmten Schwierigkeiten beim Sprechen gerichtet sind, können mit der alltagsorientierten Sprachförderung alle Kinder angesprochen werden. Um sprachliche Impulse zu geben bzw. um an das Sprachpotential von Kindern anzuknüpfen, können unterschiedliche Sprachanlässe im Alltag genutzt werden, wie Frühstücks-, Wickel-, Spielsituationen usw. Dabei ist die Orientierung am Adressaten, also am Kind, von entscheidender Bedeutung. Um ein Gespräch mit dem Kind aufzubauen, muss dieses Bezüge zur Lebenswelt des Kindes haben. Das Kind sollte von den Inhalten des Gesprächs betroffen sein und das positive Gefühl entwickeln, dass ihm Sprache zur Bewältigung unterschiedlicher Situationen weiterhilft, um Sprachfreude zu entwickeln und darüber sein Sprachvermögen zu steigern.

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