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Nachgefragt bei Tagesmutter Kerstin Lange

Wie gestaltet sich dein Tag ohne Tageskinder?

Alles ist ruhig – ungewöhnlich ruhig, selbst mein Hund Luna hat die ersten Tage an der Tür sehnsüchtig auf die ersten Kinder gewartet – wir vermissen sie alle. Mein Tag ist dennoch sehr gut ausgefüllt, das Haus komplett durchgeputzt und der wöchentliche Einkauf gut organisiert.

Ich habe mich auch endlich mal mit Ruhe an Arbeiten setzen können, die sonst einfach liegen bleiben. Dazu gehört Fotos von den Kindern zu sortieren und die Portfolios zu ergänzen. Das macht auch sehr viel Spaß. Währenddessen habe ich auch sehr viele gute Ideen bekommen, die ich mit meinen Tageskindern teilen wollte.

Wie hältst du Kontakt zu deinen Tageskindern und deren Eltern?

Zum Beispiel habe ich kleine Bücher für die Kinder gemacht mit Bildern von meiner Familie, dem Hund Luna, Lieblingsspielzeugen der Kinder und auch davon, wie die Kinder miteinander gespielt haben. Die Bilder habe ich laminiert, damit sie abwaschbar sind, habe mir das Einverständnis für die Fotos bei den Eltern eingeholt und jedem Kind ein Büchlein in den Briefkasten geworfen. Ich wollte, dass die Kinder sich erinnern und über die Bilder mit ihren Eltern ins Gespräch kommen.

Die Reaktion der Familien hat mich selbst überwältigt. Sie haben mir kleine Videoaufnahmen geschickt, wie die Kinder sich mit den Büchern beschäftigen und welche Freude sie haben, wenn sie bekannte Dinge erkennen. Seitdem schicken wir uns regelmäßig untereinander Bilder und Videos und nutzen diese Medien, um uns gegenseitig von unseren Tagen zu berichten. Die Kinder freuen sich natürlich am meisten, wenn sie unseren Hund Luna sehen, den sie sehr in ihr Herz geschlossen haben.

Manchmal singe ich auch mit den Kindern über die sozialen Medien, was sie auch sehr freut.

Was beschäftigt dich besonders in dieser Zeit? Welche Fragen stellen sich dir?

Mich beschäftigt natürlich auch die Zeit danach. Wie wird es sein, wenn alles wieder auf Anfang gestellt wird? Alle müssen sich wieder neu aneinander gewöhnen, das wird sicher nicht leicht. Ich hoffe, dass wir dann eine kleine gemeinsame Vorlaufzeit haben und die Familien schon ein paar Tage, bevor sie selbst wieder zur Arbeit müssen, zu mir kommen können. Dann könnten wir einen langsamen Wiedereinstieg gestalten, der sicher allen zu Gute käme. Aber leider wissen wir ja heute noch nicht, wie es kommen wird.

Eine Frage habe ich noch, wenn ich Ende April Urlaub vorgesehen habe, muss ich diesen nehmen? Das wäre für meine Arbeit nämlich ziemlich unattraktiv, da ich dann nach einer Woche Zusammensein mit den Kindern, schon wieder eine Unterbrechung hätte. Ich würde ihn in diesem Fall gerne verschieben.

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