Inhalt

Nachgefragt bei Tagesmutter Katarina Audibert

Wie gestaltet sich dein Tag ohne Tageskinder?

Zunächst einmal vermisse ich meine Arbeit und ganz besonders meine Tageskinder, denn ich liebe meine Arbeit sehr.

Meinen Tag strukturiere ich ähnlich, wie als würde ich arbeiten. Ich stehe morgens wie gewohnt auf, kümmere ich mich um Haushalt und meine Tochter. Sie muss auch einige Schulaufgaben machen. Ich koche jeden Tag frisch für die ganze Familie, denn seit der Krise kommt auch mein Mann mittags zum Essen nach Hause, um mit uns gemeinsam seine Pause zu verbringen. Ich genieße auch die intensive Familienzeit, die wir so nur selten miteinander haben.

Ich bleibe konsequent zu Hause, weil ich meine Familie und meine Mitmenschen schützen möchte. Gehe mit meiner Tochter raus und versuche die kleinen Dinge im Alltag zu schätzen, wie zum Beispiel am Fluss sitzen, aufs Wasser schauen und einfach nur Enten füttern. In diesen Momenten kommt mir alles so unwirklich vor, wie ein Alptraum und ich frage mich, ob das gerade wirklich alles passiert.

Wie hältst du den Kontakt zu deinen Tageskindern und deren Eltern?

Mit drei meiner Tageskinder und Eltern pflege ich regelmäßigen Kontakt über die Möglichkeiten der digitalen Medien. So können mich die Kinder jederzeit sehen und hören, wenn sie es möchten. Die Kinder freuen sich dann immer sehr und erzählen mir, was sie so machen. M. hat einen Schmetterling im Garten gefunden und hat mir davon berichtet. Dann ist es so, als wären wir ganz nah beieinander. Aber die Kinder sind ja sehr jung und sie brauchen natürlich den direkten Kontakt, wollen in den Arm genommen werden und unmittelbare Zuwendung erfahren, all das bleibt zurzeit auf der Strecke.

Die Eltern meiner Tageskinder haben sich um meine finanzielle Situation gesorgt und gefragt, ob ich das schaffe. Das fand ich sehr aufmerksam und hat mich gefreut.

Was beschäftigt dich besonders in dieser Zeit? Welche Fragen stellen sich für dich?

Ich bin eigentlich sehr zuversichtlich, dass wir Tagesmütter unterstützt werden und sich alles mit der Zeit regeln wird.

Gedanken mache ich mir eher, wie sich meine Arbeit gestaltet, wenn alles wieder losgeht. Ich denke, dass sich die Kinder komplett wieder eingewöhnen werden müssen und das wird nach einer langen intensiven Zeit mit den Eltern sicher für alle nicht einfach werden.

Inhaltsblöcke