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Nachgefragt bei Tagesmutter Bianca Schwing

Wie gestaltet sich dein Tag ohne Tageskinder?

Mein Tag verläuft eigentlich wie immer, denn ich habe mich entschlossen für eins meiner Tageskinder eine Notbetreuung anzubieten. Die Eltern benötigten diese aus beruflichen Gründen dringend und so war es für mich selbstverständlich ihnen dieses Angebot zu ermöglichen. Die Notbetreuung abzulehnen kam für mich nicht in Frage, die gesundheitliche Sorge habe ich in diesem Zusammenhang ausgeblendet. Ich finde wir bewegen uns in einer Zeit, in der der Zusammenhalt besonders wichtig geworden ist.

Allerdings muss ich sagen, dass die Situation sowohl für mich und meine Familie als auch für mein Tageskind sehr außergewöhnlich war. Ich spreche in der Vergangenheit, weil ich derzeit im Urlaub bin. Mein Tageskind ist noch sehr jung und braucht viel Nähe. Sie kann es nicht verstehen, wenn ich sie nicht auf den Arm nehmen würde. Deshalb kann der Sicherheitsabstand in der Notbetreuung kaum eingehalten werden. Ich habe aber schon verstärkt auf die Hygiene geachtet und mehr als sonst hinterher gewischt. Die Betreuung habe ich als sehr intensiv erlebt, da mein Tageskind meine ganze Aufmerksamkeit eingefordert hat und wir diese Zeit auch sehr genossen haben. Meine Tochter und mein Hund waren für mein Tageskind wichtige bekannte Anknüpfungspunkte in der Zeit ohne die anderen Kinder.

Ich organisiere meinen Tagesablauf so, dass ich nicht viel unter Menschen komme. Gehe einmal wöchentlich einkaufen und ansonsten verbringe ich viel Zeit mit meiner Tochter und meinem Hund.

Wie hältst du den Kontakt zu deinen Tageskindern und deren Eltern?

Ich bin regelmäßig mit den Eltern meiner Tageskinder im Kontakt über die sozialen Medien und wir informieren uns darüber, wie es allen geht. Da wir sehr ländlich wohnen, begegne ich meinen Tageskindern auch hin und wieder, wenn ich unterwegs bin. Dann ist die Freude groß.

Was beschäftigt dich besonders in dieser Zeit? Welche Fragen stellen sich für dich?

Zunächst einmal möchte ich sagen, dass ich sehr froh bin, dass auch für uns Kindertagespflegepersonen, meiner Einschätzung nach, sehr schnell gesorgt wurde. Ich habe mich nicht allein gefühlt, hatte immer Ansprechpartner gefunden, wenn ich Fragen hatte.

Ich denke, die Betreuung wird nach und nach wieder anlaufen und wir müssen einen guten Übergang gemeinsam mit den Eltern gestalten. Am besten in kleinen Schritten. Eines meiner Tageskinder sollte gerade eingewöhnt werden, dann kam Corona dazwischen, wir werden noch einmal von ganz vorne beginnen. Über das Ankommen meiner anderen Tageskinder mache ich mir nicht so große Gedanken, da bin ich ganz zuversichtlich, denn sie kommen sehr gerne zu mir in die Betreuung.

Natürlich mach ich mir auch Sorgen, was sich durch die Corona-Krise verändert hat und wie es danach weitergehen wird, aber ich bin von Grund auf ein optimistischer Mensch und versuche mich auf das Positive im Negativen zu fokussieren.

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