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Nachgefragt bei Tagesmutter Andrea Gärtner

Wie gestaltet sich dein Tag ohne Tageskinder?

Meine Tageskinder fehlen mir sehr, aber ich nutze die Zeit um mich mit Dingen zu beschäftigen, die in meinen sonst so ausgefüllten, turbulenten Tagen, liegen bleiben. Wie Aufräum- und Renovierungsarbeiten und zum Glück habe ich einen Garten, der endlich auch mal wieder auf Vordermann gebracht werden kann. Auch das Zimmer für die Tageskinder gestalte ich um und frischer Wind kommt rein. Gerne möchte ich noch, die unendlich vielen Fotos, die ich von meinen Tageskindern habe, bearbeiten. Dafür habe ich sonst kaum Zeit, obwohl es mir sehr wichtig ist für die Kinder und Eltern die Erlebnisse bei mir festzuhalten. Vielleicht klappt es ja noch in der kommenden Zeit, denn wir wissen ja alle nicht, wie lange dieser Zustand andauern wird.

Ich halte mich hauptsächlich zu Hause auf, persönliche Kontakte pflege ich nur über den Gartenzaun oder telefonisch. Neben meinen Tageskindern bekommt nun eine zweite Leidenschaft von mir meinen besonderen Zuspruch – mein Hund! Sicher wundert er sich, dass ich nun ausschließlich für ihn da sein kann, aber wir genießen auf jeden Fall die ungestörte Zeit und die täglichen Spaziergänge in den Feldern. Das Wetter ist ja gerade super.

Wie hältst du Kontakt zu deinen Tageskindern und deren Eltern?

Ich nutze die sozialen Medien, um mich mit den Eltern auszutauschen und den Kindern Grüße zu schicken. Ich habe jetzt die Zeit, um ansprechende, altersentsprechende Bastelideen, Geschichten und Lieder zu suchen, die ich den Familien nach Hause schicke. Letzte Woche habe ich meine Tomatenpflanzen einer Familie vor die Tür gestellt, so haben sie etwas worum sie sich kümmern können und gleichzeitig können die Kinder noch viel dabei lernen. Für die anderen Kinder bereite ich die Tomatenpflanzen vor, um sie mit ihnen gemeinsam zu versorgen, wenn ich die Betreuung wiederaufnehmen kann.

Die Eltern unterstützen mich. Sie haben auch großes Verständnis für die Situation, wenn möglich kommen sie nach einem Spaziergang bei mir vorbei und klingeln kurz. So können die Kinder mich mal kurz wiedersehen, was ihnen sehr gefällt.

Was beschäftigt dich besonders in dieser Zeit? Welche Fragen stellen sich dir?

Ich mach mir viele Gedanken, wie es nach der Krise weitergeht, zunächst einmal mit meiner Kindergruppe. Wie kommen sie hier an, nach einer Zeit, die sie sicher nicht verstanden haben? Ich bin mir sicher, dass ich einige von vorne eingewöhnen kann.

Dann mache ich mir als Alleinverdienerin natürlich Gedanken über meine finanzielle Situation. Wie lange werden die Kindertagespflegepersonen unterstützt? Und auch wie lange wird dieser Zustand noch andauern?

Auch bin ich sehr gespannt darauf, wie die Menschen miteinander nach der Krise umgehen werden?

Privat mache ich mir natürlich große Sorgen als Mutter um meine Söhne und Schwiegertöchter um meine Eltern, aber damit bin ich sicher nicht allein.

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