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Endlich wieder ein Stück „Normalität“!  

Nachgefragt bei Kindertagespflegeperson Akinyi Bittner…

Wie gestaltet sich Ihr Tag während der offiziellen Schließungszeit der Kindertagespflege?

Während der Schließungszeit habe ich nur eine Woche keine Kinder betreut. Die übrige Zeit habe ich für meine zwei Tageskinder, später auch für ein drittes Kind, Notbetreuung angeboten, da deren Eltern zu den systemrelevanten Berufsgruppen gehören. Ich habe erst mit der Tätigkeit als Kindertagespflegeperson im Februar gestartet und durch die Corona-Pandemie verzögert sich auch unsere Abschlussprüfung mit der entsprechenden Zertifizierung. Da die Entwicklung von Kindern schon immer mein Thema ist, finde ich es auch sehr spannend in dieser herausfordernden Zeit die Betreuung der Kinder bestmöglich zu gewährleisten.

In der ersten Zeit habe ich die Eltern als sehr verzweifelt und auch ängstlich erlebt, denn keiner wusste so richtig, wie es weitergehen wird. Der Druck, den die Eltern über ihre beruflichen Zusammenhänge erlebten, kam natürlich auch bei mir in der Kindertagespflege an. Auch wenn für mich von Anfang an klar war, dass ich Notbetreuung anbieten werde, hatte ich meine ursprünglichen Ideen zur Ausgestaltung der Kindertagespflege überdenken müssen und auf die aktuellen Gegebenheiten angepasst. Zum Beispiel habe ich versucht, soweit es irgendwie möglich ist, gemeinsam mit den Eltern den Abstand und die Sicherheitsmaßnahmen umzusetzen. Deshalb haben wir in der Bring- und Abholsituation die Regelung, dass die Kinder sich von dem Elternteil an der Tür verabschieden und sie dann zu mir laufen. Alles passiert spielerisch und macht somit den Kindern auch großen Spaß. Die Eltern und ich sind Vorbilder für die Kinder. Sie sehen, wie wir mit der Schutzmaske umgehen, wie wir uns verhalten, wenn wir beispielsweise husten und ahmen unser Verhalten nach.

Bezogen auf die Hygienemaßnahmen habe ich ein Ritual zum Händewaschen in den Alltag mit aufgenommen. D.h. dass ich die Kinder regelmäßig ermuntere ihre Hände zu waschen und dies mit Liedern und kleinen Geschichten begleite. Den Kindern macht es großen Spaß und sie schauen aufeinander und achten darauf, dass alles seine Richtigkeit hat. Dabei lernen sie sehr viel für sich selbst aber auch für die Gemeinschaft, wie ich finde.

Was beschäftigt Sie besonders in diesen Zeiten? Welche Fragen stellen sich für Sie?

Mich beschäftigt, ganz besonders in meiner Situation als „Neuling“ in der Kindertagespflege, wie es in Zukunft weitergehen wird und auf was wir uns im Bereich der Kinderbetreuung noch einstellen müssen. Ich möchte auf jeden Fall weiterhin meinen Weg als Kindertagespflegeperson gehen und stelle mir heute dennoch die Fragen: Was passiert, wenn wir durch eine eventuell 2. Welle die Kindertagespflege wieder schließen müssen? Ist die Regierung für diese Situation vorbereitet? Kann ich mein Konzept so verwirklichen, wie ich es mir vorgestellt habe oder muss ich an einigen Stellen meines Tagesablaufs Veränderungen vornehmen? Dabei denke ich zum Beispiel an die Gestaltung von Neuaufnahmen und Erstkontakte, den Betreuungsumfang und die Zusammenarbeit mit den Eltern.

Bisher habe ich sehr gute Erfahrungen mit den Eltern gemacht und festgestellt, dass Kommunikation, Ehrlichkeit und Verbindlichkeit wesentliche Merkmale für ein gelingendes Miteinander sind, die ich auch weiterhin in meiner konzeptionellen Ausgestaltung herausstellen möchte.

 

Vielen Dank für das Gespräch!

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