5. Minijobs im Privathaushalt – Stand Januar 2019

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5. Minijobs im Privathaushalt – Stand Januar 2019

Minijobs im Privathaushalt sind „geringfügige Beschäftigungen“ (§ 8 a SGB IV), für die bestimmte Sonderregelungen gelten.

Es handelt sich bei einem Minijob um ein Arbeitsverhältnis, das unter bestimmten Umständen sozialversicherungsfrei ist und für das eine sog. „Pauschsteuer“ gezahlt werden kann.

In der gesetzlichen Rentenversicherung besteht seit 2013 für Minijobber, deren Beschäftigungsverhältnis im Jahr 2013 oder später beginnt, grundsätzlich Versicherungspflicht. Eine Befreiung von der Versicherungspflicht ist aber möglich.

Es gibt keine Stundenbegrenzung für den Minijob. Das Arbeitsentgelt darf regelmäßig im Monat den Betrag von 450,00 Euro nicht überschreiten.

Auch im Rahmen des Minijobs gilt das Mindestlohngesetz; der Mindestlohn beträgt derzeit 9,19 € brutto pro Zeitstunde.

Eine geringfügige Beschäftigung im Privathaushalt liegt vor, wenn diese durch einen privaten Haushalt begründet ist und die Tätigkeit sonst gewöhnlich durch Mitglieder des privaten Haushalts erledigt wird. Dies trifft auf Tagespflegepersonen, die im Haushalt der Familie geringfügig beschäftigt sind, zu.

Neben einer versicherungspflichtigen Hauptbeschäftigung darf grundsätzlich nur ein Minijob versicherungsfrei ausgeübt werden.
Werden neben einer sozialversicherungspflichtigen Hauptbeschäftigung mehrere Minijobs ausgeübt, ist nur der (zeitlich) erste Minijob sozialversicherungsfrei, für alle weiteren Minijobs sind Sozialversicherungsbeiträge abzuführen.

Besteht keine versicherungspflichtige Hauptbeschäftigung, können auch mehrere Minijobs sozialversicherungsfrei ausgeübt werden; das Arbeitsentgelt aus allen Minijobs darf aber die 450,00 Euro Grenze nicht überschreiten. Wird die Grenze überschritten, sind alle Minijobs sozialversicherungspflichtig.

 

Arbeitgeberbeiträge:

Für (nicht versicherungspflichtige) Minijobs in Privathaushalten i. S. d. § 8 a SGB IV betragen die Beitragssätze:

  • 5 % des Arbeitsentgelts zur gesetzlichen Rentenversicherung sowie
  • 5 % des Arbeitsentgelts zur gesetzlichen Krankenversicherung, soweit die Beschäftigten Mitglied der gesetzlichen Krankenversicherung sind, sowie
  • 1,6 % des Arbeitsentgelts als Beitrag zur gesetzlichen Unfallversicherung
  • 2 % Pauschsteuer (Regelfall, Abweichungen möglich)
  • 0,9 % Umlage U1 (zum Ausgleich der Aufwendungen des Arbeitgebers bei Krankheit)
  • 0,24 % Umlage U 2 (zum Ausgleich der Aufwendungen des Arbeitgebers bei Schwangerschaft/Mutterschaft)

Die Beiträge tragen allein die Arbeitgeber (z. B. die Eltern der betreuten Kinder).

 

Arbeitnehmerbeiträge:

Die Arbeitnehmer/innen tragen die Differenz zwischen dem Pauschalbeitrag, den der Arbeitgeber zu tragen hat, und dem allgemeinen Beitragssatz zur gesetzlichen Rentenversicherung. Derzeit sind dies bei Minijobs im Privathaushalt 13,6 % des Arbeitsentgelts (18,6 % allgemeiner Beitragssatz - 5 % Pauschalbeitrag). Die Beiträge werden seitens der Arbeitgeber vom Arbeitsentgelt einbehalten und an die Minijobzentrale abgeführt.

Eine Befreiung von der Versicherungspflicht ist i. d. R. möglich und beim Arbeitgeber zu beantragen. Der Arbeitgeber zahlt dann weiterhin den Pauschalbeitrag, der Eigenanteil der Arbeitnehmer/in entfällt.  

 

Haushaltsscheckverfahren:

Seit dem 1. April 2003 ist das Haushaltsscheckverfahren für Minijobs in Privathaushalten vorgeschrieben und auch nur noch in diesem Rahmen möglich.

Das Haushaltsscheckverfahren ist ein vereinfachtes Melde- und Beitragsverfahren und läuft über die Minijobzentrale der Knappschaft Bahn-See. Die Minijobzentrale berechnet die von den Arbeitsgebern zu zahlenden Beiträge und zieht sie im Lastschriftverfahren ein.

Achtung: Beschäftigen Tagespflegepersonen im Rahmen ihrer selbstständigen Tätigkeit Hilfskräfte (z. B. eine Reinigungskraft oder eine Küchenkraft), liegt keine Beschäftigung im Privathaushalt vor; es handelt sich vielmehr um einen gewerblichen Minijob. In diesem Rahmen sind die abzuführenden Beiträge höher; das Haushaltsscheckverfahren ist nicht anwendbar.

 

Nähere Informationen gibt es unter folgender Service-Adresse:

www.minijob-zentrale.de

Deutsche Rentenversicherung Knappschaft Bahn-See
Minijob-Zentrale
45115 Essen
Telefon Service-Center: 0355 2902-70799 (Mo-Fr 7.00 – 17.00 Uhr)

E-Mail: minijob@minijob-zentrale.de

 

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