Inhalt

„Kinder aus Flüchtlingsfamilien und der BEP“ – Tagung für Fachkräfte aus der Kindertagespflege:

„Die besonderen Bedingungen in der Kindertagespflege sind gerade für Kinder mit Fluchthintergrund geeignet und positiv", betonte Familienminister Stefan Grüttner heute in Wiesbaden. „Für den Bereich der Kindertageseinrichtungen haben wir bereits eine Reihe von Veranstaltungen zur Aufnahme von Kindern mit Fluchthintergrund durchgeführt. Wichtig ist, dass auch die in der Kindertagespflege Tätigen in Hessen ein solches Angebot erhalten", erklärte der Minister.

 

Zugewanderte Kinder in Deutschland und ihre Familien haben häufig traumatische Erlebnisse zu verarbeiten. Zugleich müssen sie eine neue Kultur verstehen und eine neue, fremde Sprache lernen. Die Kindertagespflege – ebenso wie etwa Kindertageseinrichtungen, Schulen und Familienbildungsstätten ein Bildungsort im Sinne des Hessischen Bildungs- und Erziehungsplanes für Kinder von 0 bis 10 Jahren (BEP) – stellt für diese Kinder eine wichtige Chance für einen frühen Zugang zu Bildung dar. „Der Hessische Bildungs- und Erziehungsplan, der inzwischen Grundlage der pädagogischen Arbeit vieler Tagesmütter und -väter in Hessen ist, beinhaltet einen konsequenten inklusiven Ansatz und begrüßt die Vielfalt und Diversität als eine große Chance und Bereicherung für alle Kinder", betont die Leiterin des Hessischen KinderTagespflegeBüros Ursula Diez-König.

 

Für die Tagesmütter und Tagesväter bedeutet gerade der frühe Kontakt mit Kindern aus Flüchtlingsfamilien und deren Eltern eine Herausforderung, der sie sich häufig sehr kurzfristig stellen müssen. Zwar sind sie aufgrund ihrer absolvierten Qualifizierung hierfür gut gerüstet, dennoch stellen sich viele Fragen in der Praxis: Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit und Partnerschaft mit den Eltern bei großen sprachlichen und kulturellen Unterschieden? Wie gestaltet sich der angemessene Umgang mit Kindern, die traumatisiert sind? Was kann eine Tagesmutter oder ein Tagesvater hier leisten? Hier gilt es zum einen, den zugewanderten Menschen auf eine besonders zugewandte Art gerecht zu werden, zum anderen die bestmögliche Integration in den Alltag der Kindertagespflegestelle zu gewährleisten.

 

Das Hessische KinderTagespflegeBüro und das Hessische Ministerium für Soziales und Integration möchten die in der Kindertagespflege Tätigen – die Tagesmütter und -väter, die Träger der Kindertagespflege in Hessen, die in der Qualifizierung von Tagespflegepersonen Tätigen und die Fachberatungen – bei diesem Prozess begleiten und mit ihrer gemeinsamen Veranstaltung ein Forum bieten, sich mit den wichtigen Themen rund um Kinder mit Fluchthintergrund auseinanderzusetzen und sich zu informieren. Fachspezifische Fortbildungsangebote wie die Regionaltagungen bieten ihnen die Möglichkeit, sich vertieft mit kultursensitiven, inklusiven Grundsätzen für die Betreuung von Kindern mit all ihren unterschiedlichen Bedarfen und Lebenssituationen, mit ihren individuellen sprachlichen, motorischen und kognitiven Entwicklungen und Begabungen zu befassen. Und damit auch Familien mit Fluchthintergrund mehr über den „Bildungsort Kindertagespflege" erfahren, wurde ein Kurzfilm mit dem gleichnamigen Titel in die Sprachen Arabisch, Dari, Französisch, Englisch und Somali übersetzt. Er ist auf der Regionaltagung zu sehen und findet sich auch im Internet unter http://www.hktb.de/content/f%C3%BCr-tagespflegepersonen.

 

Unter www.hktb.de finden Interessierte weitere Informationen zur Tagung und Möglichkeiten zur Anmeldung. Persönlich erreichbar ist das HKTB-Team telefonisch unter 06181 400-724 oder per E-Mail an info@hktb.de.

 

Hintergrund zur Fachtagung in Wetzlar:

Die Fachtagung findet unter dem Titel: „Kinder aus Flüchtlingsfamilien und der BEP – Chancen und Herausforderungen für die Kindertagespflege" am Dienstag, den 11. Oktober, in der Stadthalle Wetzlar (Brühlsbachstraße 2b) statt. Beginn ist um 10 Uhr.

 

Am Vormittag wird Daniela Kobelt Neuhaus von der Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie über die Chancen und Herausforderungen sprechen, die eine Aufnahme von Kindern aus Flüchtlingsfamilien für die Kindertagespflege mit sich bringt.

Dem folgt gegen 11:30 Uhr ein weiterer Vortrag mit Sina Motzek-Öz von der Universität Kassel. Ihr Thema ist „Familienkulturen – Orientierungen in Bildung und Erziehung".

Am Nachmittag steht ab 13:30 Uhr ein breit gefächertes Workshop-Angebot zur Verfügung, in dem es um die Vertiefung verschiedener praxisbezogener Themen geht – etwa den Umgang mit traumatisierten Kindern und ihren Familien, die Zusammenarbeit mit Eltern unterschiedlicher Herkunft, Fluchtursachen und Fluchthintergründe und vieles mehr.

 

Auch wird im Rahmen dieser Fachtagung das Forschungsprojekt „Migration - (k)ein Thema in der Kindertagespflege" der Justus-Liebig-Universität mit dem Jugendamt Gießen vorgestellt.

Inhaltsblöcke