Treffpunkt Tagesmütter der Stadt Wiesbaden
Darstellung des Angebots
Leistungsangebot
So vielfältig der gesellschaftliche Bedarf an Kinderbetreuung ist, so vielfältig und facettenreich ist das Angebot in der Kindertagespflege sowohl bei nachfragenden Eltern als auch bei Tagesmüttern, die ihre Leistung zur Verfügung stellen.
In Kooperation mit den freien Trägern konnte in den letzten Jahren ein differenziertes Leistungsspektrum (Stufenmodell) entwickelt werden. Das Projekt Kinderbrücke stellt hierbei die höchste Leistungsstufe dar, es ist das umfassendste Leistungsangebot.
Das Leistungsangebot der Vermittlungsstelle Treffpunkt Tagesmütter umfasst Informationen zu rechtlichen, inhaltlichen und finanziellen Fragen; die Sicherstellung öffentlicher Finanzierung, Bereitstellung von Verträgen / Begleitung bei Vertragsabschlüssen, Feststellung der Eignung von Tagesmüttern, Erteilung der Pflegeerlaubnis, Vermittlung von Tagesmüttern, Qualifizierung von Tagesmüttern, Beratung und Begleitung bestehender Betreuungsverhältnisse, Krisenintervention, Angebote für Tagesmütter zur Selbstorganisation und Vernetzung, Werbung und Öffentlichkeitsarbeit.
Vermittlung
Die Vermittlung einer Tagesmutter erfolgt unter Berücksichtigung von Wünschen und Erwartungen der Eltern, zumutbarer Wege, notwendiger und dem Kind zumutbarer Betreuungszeiten, Alter und Entwicklungsstand des Kindes. Vermittlung beginnt mit dem Vermittlungsauftrag der Eltern und endet mit dem Abschluss der Eingewöhnungsphase des Kindes in der Tagesfamilie. Sie wird durch eine gezielte fachliche Beratung begleitet.
Fachliche Beratung und Begleitung
Ein umfassendes und qualifiziertes Beratungsangebot in Form von Einzelgesprächen und Gruppenangeboten ist fester Bestandteil der Arbeit und wird u.a. durch eine gute Erreichbarkeit der pädagogischen Fachkräfte sichergestellt.
Beratung findet durch Einzelgespräche als Regelangebot für Eltern und Tagesmütter im Vorfeld der Vermittlung sowie während der Vermittlungs- und Eingewöhnungsphase statt und wird bei Bedarf auch bei bestehenden Betreuungsverhältnissen durchgeführt.
Darüber hinaus wird das Beratungsangebot in den Kinderbrückenprojekten durch besondere Rahmenbedingungen (überschaubare feste Personengruppe, enge Anbindung der Tagesmütter an eine Projektleitung, geschützter Gruppenrahmen etc.) ergänzt und intensiviert.
Beratung in Gruppenangeboten dient dem Erfahrungsaustausch und der gegenseitigen Unterstützung. Sie finden in den Kinderbrückenprojekten verbindlich und regelmäßig in wöchentlichen Spielkreisen und verpflichtenden Gruppenabenden statt; außerhalb der Kinderbrücke ebenfalls über Qualifizierungsangebote und organisierte Vernetzungsmöglichkeiten.
Qualifizierung (Art und Umfang)
Verpflichtende Qualifizierung findet statt
Das Qualifizierungskonzept ist Teil der Qualitätsentwicklung Kindertagespflege und wird in der Praxis fortlaufend überprüft, ggf. modifiziert und erweitert.
Ab 2010 werden Tagesmütter und –väter entsprechend des Curriculums des Deutschen Jugendinstituts im Umfang von 160 Unterrichtsstunden durch qualifiziert. Eine Grundqualifizierung von 50 Unterrichtsstunden findet im Block über einen Zeitraum von ca. drei Wochen statt. Eine Aufbauqualifizierung im Umfang von 110 Unterrichtsstunden findet praxisbegleitend an Samstagen und Abenden statt.
Der Besuch der Qualifizierungskurse ist Vorraussetzung um eine Erlaubnis gem. § 43 SGB VIII zu erhalten.
Tagesmütter und –väter, die in einem der Kinderbrückenmodelle mitarbeiten besuchen darüber hinaus verpflichtend monatliche Abendveranstaltungen und erhalten praxisbegleitende Anregungen in wöchentlichen, angeleiteten Spielkreisen, bzw. Besuch von Patengruppen in einer Kinderkrippe.
Freiwillige Qualifizierung umfasst jährlich mehrere Veranstaltungen zu unterschiedlichen Themen aus den Bereichen Erziehung, Förderung, Bildung / Kooperation und Kommunikation / Alltag und Selbstverständnis / Gesundheit / besondere Herausforderungen in der Kindertagespflege.
Diese Veranstaltungen sind für Tagesmütter und –väter in der Regel kostenfrei.
Darüber hinaus wird auf Fortbildungsangebote anderer Anbieter, besondere Veranstaltungen, Kurse etc. hingewiesen.
Kooperationspartner
Kooperationspartner in der Kindertagespflege sind derzeit (Stand Juli 2010):
- Das Amt für Soziale Arbeit (öffentlicher Jugendhilfeträger)
- der Deutsche Kinderschutzbund, OV Wiesbaden, e.V.,
- das Kinderhaus Elsässer Platz e.V.,
- die städtische Kindertagesstätte Geschwister-Stock-Platz.
- Die städtische Kindertagesstätte Hellkundweg
Darüber hinaus besteht ein weiteres kooperatives Tagesmüttervermittlungsprojekt zwischen dem Amt für Soziale Arbeit und der Evangelischen Familienbildungsstätte.
Eine Beteiligung weiterer Träger wird angestrebt.
Steuerung der Qualitätsentwicklung
Alle pädagogischen Fachkräfte in der Stadt Wiesbaden, die an der Leistungserbringung Kindertagespflege beteiligt sind, sind in einem trägerübergreifenden „Arbeitskreis Kindertagespflege“ organisiert. Dort findet ein Prozess der Qualitätsentwicklung und des lebendigen Fachaustausches statt. Der Arbeitskreis dient vor allem der Entwicklung und Sicherung gemeinsamer Standards, der kollegialen Beratung, dem Informationsaustausch und der Planung gemeinsamer Angebote. Der Arbeitskreis findet mindestens sechsmal jährlich statt; die Teilnahme ist für alle Mitarbeiter/-innen verpflichtend.
Darüber hinaus findet mindestens einmal jährlich verbindlich eine „Trägerrunde Kinderbrücke“ zur Projektauswertung und -fortschreibung statt.
Sonstiges
Ein besonderes Angebot in Wiesbaden ist das Projekt Kinderbrücke, welches mittlerweile in zwei Varianten besteht.
Die Kinderbrücke ist ein Angebot für Kleinkinder bis 6 Jahre, die eine zeitintensive Betreuung benötigen. Die Kinder werden in der Tagesfamilie betreut. Auf Seiten der Tagesmütter bietet sich die Mitarbeit für Frauen an, die sich als Tagesmutter professionalisieren wollen und großes Interesse an Kooperation, Fachaustausch und Kompetenzerweiterung haben. Sie gehen u.a. folgende vertragliche Verpflichtungen ein: Teilnahme am Projekt für mindestens zwei Jahre, Angebot von mindestens 30 Stunden Betreuungszeit pro Woche (Modell A), bzw. Angebot von drei Ganztagsplätzen plus einem Notplatz entsprechend der Öffnungszeiten der kooperierenden Kindertagesstätte (Modell B), Teilnahme an einem wöchentlichen, durch eine pädagogische Fachkraft angeleiteten Spielkreis, (Modell A), bzw. wöchentlicher Besuch einer Patengruppe der kooperierenden KiTa (Modell B), Teilnahme an monatlichem qualifizierenden Gruppenangebot.
In der Kinderbrücke ist eine Vertretungsleistung bei Ausfall der Tagesmutter sichergestellt, und zwar über ein Vertretungssystem der Tagesmütter untereinander (Modell A) oder über die kooperierende KiTa (Modell B)
